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2019 09 Notation00Hornbrief September 2019 -Geschichte der Notation

hier ein kleiner Exkurs für besonders Interessierte und Spezialisten….

Während die Musikgeschichte bis vor ca. 20-30 Jahren (!!!) noch davon ausging, dass die erste Notation erst mit dem Mittelalter aufkam (und manch hartnäckige Vetreter noch heute…), zeigen heutige Forschungen, dass bereits in Griechenland Musikstücke notiert wurden (und noch früher in Mesopotamien – diese wurde jedoch bis heute nicht entschlüsselt).

Die Notationsform der alten Griechen kann eingeteilt werden in

  1. die Vokalnotation und
  2. die Instrumentalnotation.

Die Vokalnotation entstand wahrscheinlich um 600 v. Chr. Diese Notationsart benutzt das griechische Alphabet zur Kennzeichnung der Töne in einem Lied/einer Dichtung. Jedem Ton (unserer heutigen Tonleiter) wurde zunächst ein Buchstabe des Alphabets zugeordnet, der im Lied über dem Text angegeben war – mal pro Silbe ein Ton, mal mehr Töne und manchmal wurden auch zwei Silben auf demselben Ton gehalten. Neben dieser einfachen Ton-Buchstaben-Zuordnung kamen bei den Griechen direkt auch weitere Zeichen für erhöhte und erniedrigte Töne hinzu. Daher gab es für jeden Ton sogar drei Buchstaben. Dabei verwendeten sie jedes Mal einen neuen Buchstaben:

2019 09 Notation00

(erste Reihe: griechische Buchstabe, über den Buchstaben die Zeichen für Tohöhe/tiefe. darunter der Liedtext)

300 Jahre dauerte die Entwicklung der neuen, instrumentalen Notation. Der Aufbau ist ungefähr der gleiche wie bei der Vokalnotation, bedient sich allerdings des Archaischen Alphabets, einem Vorgänger des lateinischen Alphabets. 2019 09 Notation01

Es wurde hier für jeden Ton tatsächlich nur ein Buchstabe verwendet, der allerdings in den weiteren Funktionen jeweils nur gedreht und gewendet wurde.

Um diese Zeit waren auch verschiedene Tonreihen, die von der bekannten Tonleiter abweichen, schon bekannt: dorisch, phrygisch, lydisch, mixolydisch, äolisch (Moll), ionisch (Dur), ...

Ein schönes praktisches Beispiel der Anwendung solch alter Notation ist (ein Jugendfreund von mir) Justus Willberg, der in Europa führend auf der römischen Wasserorgel unterwegs ist. Er spielt nach solchen „Urnoten“.

Anbei ein Link auf ein Stück für römische Wasserorgel mit römischen Horn (hier der Bezug zur „Hornmusik“…. Cornu – bläst sich ähnlich wie das B-Horn) zum Beispiel auf youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=8SZX-GovKrE oder

https://www.youtube.com/watch?v=LmGT3fQrU6w.

Solchermaßen wurde in den Arenen des römischen Zirkus zu den Gladiatorenaufführungen gespielt.

(weitere Informationen und Hörbeispiele unter www.hydraulis.de /Hörbeispiel).

In Europa ging die griechische Notation mit dem Fall des Römischen Reiches verloren, ihre spätere Entzifferung war nur mit Hilfe römischer musiktheoretischer Schriften aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten möglich. Doch anscheinend geriet die Notation an sich in den nächsten Jahrzehnten – ja, sogar Jahrhunderten – erst nur in die hintersten Winkel der Köpfe der damals lebenden Menschen und schließlich in völlige Vergessenheit.

In unseren Breiten entwickelte sich eine ausgefeiltere Notenschrift erst ab dem Mittelalter mit den lateinischen Neumen (erste Formen um 900 n.Chr.).

Eine spätere Form dieser Neumen ist uns heute noch bekannt in der katholischen Liturgie als Quadratnotation:

2019 09 Notation02

Die letzte Stufe dieser Entwicklung ist die auch heutzutage verwendete Modalnotation.

Einen interessante Zusammenfassung der Musiknotation bietet die Facharbeit von Maximilian Münch, 2008. https://www.parforcehornmusik.de/images/Hornbrief/2019-09_Geschichte_der_Notation/Text_Geschichte_der_Notation_internet.pdf

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