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Der Hornbrief - Dezember 2017 - Ein Gloria dem Einblasen!

Hallo,

Clarino ist eine Fachzeitschrift für Blasmusik – und damit auch für uns!
(www.clarino.de)

Einer der Newsletter von Clarino beschäftigte sich mit dem Wert und den Möglichkeiten des Einspielens vor jeder Probe.

Hier die wesentlichen Punkte des Artikels von Klaus Härtel (Clarino 2016):

Einblasen allgemein:

Das Einblasen ist ein lockeres Aufwärmtraining, um Spieler und Instrument auf „Betriebstemperatur“ zu bringen. Gleichzeitig kann man diese Zeit nutzen, um Tonleitern zu trainieren, rhythmische Figuren zu üben oder am Klang zu arbeiten. Sinnvolles Warmspielen geschieht in der Regel ohne Noten oder mit sehr leicht zu bewältigender Literatur. Gleichzeitig kann man mit dem zufälligen Einbauen von Fermaten, Accelerandi, Ritardandi, Crescendi und Decrescendi auch noch den Blickkontakt nach vorne verbessern. Außerdem kann man einzelne leichte Akkorde aufbauen, was neben dem melodischen Hören auch das harmonische Hören fördert.

Rhythmik:

Oft gibt es in Werken immer wiederkehrende rhythmische Motive, die die Musiker für schwierig halten, wenn sie die Noten sehen. Leichter fällt es ihnen, diese Rhythmen ohne Noten zu spielen.

Rhythmisches Sprechen ist ein sinnvoller Weg, um alle Musiker zusammen zu bringen. Hierbei eignet sich meiner Meinung nach sehr gut die Silbe „tf“, da man den Anstoß sehr deutlich hört.

Klang:

Ein guter Klang basiert auf dem Bild der Pyramide. Die Unterstimmen sind die wichtigsten, sie dürfen somit am lautesten spielen. Je höher die Lage ist, umso leiser sollte man spielen. Dann bekommt der Orchesterklang eine Tiefe und wird nicht schrill. Gleiches gilt für die einzelnen Register. Die dritten Stimmen müssen deutlich lauter sein als die zweiten, die wiederum lauter spielen müssen als die ersten. Sollten alle Register das befolgen, und dann auch die Pyramide im ganzen Orchester spürbar sein, kann der Klang rund und ausgewogen werden.

Leider spielen manche Orchester noch nach diesem Prinzip „am wichtigsten sind die ersten Stimmen“. Lässt man sie aber einmal einen Akkord in guter Balance und mit viel Tiefe hören, werden auch sie zugeben müssen, dass es viel angenehmer zu hören ist und das Orchester viel reicher und harmonischer klingt.

!!!!Achtung: Dies ist zu kommentieren!!!! (Martin Geyer)
Diese Aussagen basieren einerseits darauf, dass hohe Stimmen „besser gehört werden“ – deshalb sage ich immer, viel Luft für die tiefen Töne zu verwenden, so dass diese gleich laut rauskommen. Häufig sind auch die unteren Stimmen weniger besetzt als die ersten.

Zum anderen SOLL/MUSS die Melodiestimme 40% des Volumens ausmachen. Oft gibt es vor allem Mängel in der Dynamikdifferenzierung . Das heißt manche blasen bei fff nicht laut genug, viele bei ppp nicht leise genug (das erwähnt Härtel im nächsten Punkt).

Dynamik:

Die Dynamik eines Orchesters bewegt sich leider viel zu oft in sehr geringen Nuancen bzw. ist im Spektrum recht klein. Leise wird es oft nur, wenn viele Musiker Pause haben und laut ist oftmals nicht mehr laut, sondern bewegt sich eher im Bereich des Krachs.(Anm.: deshalb für laute Töne viel Luft verwenden…)

Leise klingt oft dünn, weil mit zu wenig Luft gespielt wird, laut klingt oft aggressiv und vor allem schrill, weil die Höhen wieder viel zu stark herauskommen.

Artikulation:

Eine kurze Note in einer Transkription eines Symphonieorchester-Werks ist niemals so kurz wie eine Note in einer Polka. Alle Zeichen sind immer in Relation zum Musikstil zu sehen und natürlich auch zum Klang des Orchesters. Gerade im Staccato geht oft der runde Klang verloren. (Anm: putt-putt-putt-putt….)

Intonation (Tonreinheit):

Das wohl schwierigste Kapitel in diesem Zusammenhang ist die Intonation. Intonation zu verbessern ist immer ein langwieriger Prozess. Intonation hat natürlich etwas mit Hören zu tun, aber auch viel mit Vorstellen. Kann ich mir den Klang eines Tons vorstellen (gerade auch in Relation zu vorherigen Tönen oder den Tönen anderer Musiker), kann ich ihn viel klarer intonieren.

Das Hören kann ich vor allem mit einzelnen Musikern trainieren, zum Beispiel beim Einstimmen. Jeder hört den Stimmton, dann spielt einer nach einer ganz kurzen Pause seinen Ton. Mit etwas Training wird er hören, ob er zu hoch oder zu tief ist, genauso kann der Rest auch beim Zuhören lernen. Im nächsten Schritt spielen beide ihren Ton gleichzeitig und wieder können alle Mithören.

 

Gruß und © Martin

Martin Geyer                       Dr. Peter Neu

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