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Komplette Tonleiter des Parforcehorns mit gebeugten Tönen

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In der französischen Literatur beispielsweise bei Gruyer Tyndare oder Gustave Rochard werden gebeugte Tönen „Sons bougés“ verlangt, die vor allem  in der dritten Stimme (la Bougée)  in Form des a1 und h1  Bedeutung haben.

Gleichwohl gibt es häufig in Radouci- Passagen Stellen, an denen ein Fis2 oder Dis verlangt wird. Das ist mit unseren Hörnern leicht vollziehbar und sehr effektvoll. Beispiele hierfür wären Souvenir de Bretagne, Souvenir de Normandie, Le Chateau de Passins oder Le Manola de Chasseur.

Um mit dem Naturhorn temperiert zu spielen ist es als drittes Argument unabdingbar, das f2 oder d1 zu dämpfen um nicht den Mißgefallen eines diatonisch geschulten Gehörs zu erregen.

Beim Beugen wird die an den Fingernspitzen geschlossene Faust in der Stürze gehalten in einer neutralen Stellung und bei Bedarf etwas gedreht und die Handaussenseite an das Messing gepresst. Die Handaußenfläche sucht den Kontakt mit der Stürzeninnenwand und dämpft den Ton, macht ihn dunkler (und etwas leiser).

 

 

 

Normalerweise lässt man bei kurzen Passagen den Rand der Stürze auf der ausgestreckten Innenseite der Hand ruhen und greift dann bei den Stopftönen bedarfsweise in die Stürze.

Sind längere Passagen mit Stopftönen für den Bläser zu erwarten wird im allgemeinen  die Hand, allerdings offen- auch bei offen geblasenen Tönen in der Stürze verbleiben um die Unterschiede in der Klangfarbe und Lautstärke von offenen und gestopften Tönen auszugleichen. Dies kann erfordern,  dass der Bläser sein Horn ca ¼ Ton zu hoch stimmt.  Nur so lassen sich schnellere Wechsel mit gedämpften Tönen auch bewältigen.

Die beschriebene  Hornhaltung ist mit den Vorstellungen des DJV mit durchgestreckter rechter Hand aber nicht  vereinbar, eher mit einer eher vertikalen Hornhaltung wie man sie auch aus historischen Stichen und Zeichnungen kennt. Es tut hier unbedingt eine Korrektur der Vorstellungen Not.

Je nach Intensität kann man die Töne  halbdämpfen oder ganz dämpfen, je nachdem wie fest man die Hand dreht und was man mit den Lippen, respektive dem Unterkiefer macht.

Neben den beiden  Manipulationen mit der Hand darf es nicht unerwähnt bleiben, dass alleine eine veränderte Lippenspannung den Ton gleichfalls eine Sekunde hoch oder niederregulieren kann, insbesondere in Kombination mit dem Öffnen oder Schließen des Unterkiefers.

Das gewinnt besonders bei den tiefen Passagen Bedeutung, wo die NT weiter auseinander liegen. Betrachtet man die Pedal - G,A,H,C am Anfang der Echelle complète unter dem Basschlüssel, so werden diese Töne mit den Lippen erzeugt. Notiert sind sie beispielweise im Harmonie des Forets oder Roland a Ronceveaux.

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